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Digitalisierung und KI – Mensch oder Maschine?

19.11.2020, Hilton Bonn Hotel

aus dem Buzzword KI wird zunehmend Realität, die Phase des Ausprobierens ist vorbei. Jetzt geht es darum, mehr Effizienz in der Wertschöpfung, Mehrwert am Markt und mehr Kundenvorteile mit Künstlicher Intelligenz zu generieren.

Ohne zügige und bedeutende Investitionen in den Auf- und Ausbau der Infrastrukturen werden die neuen Technologien kaum Nutzen bringen können.

Mit zunehmender Digitalisierung nehmen auch die Gefahren aus dem Cyberraum zu. Allenthalben ist von Cyberattacken zu hören, die ganze Unternehmen komplett lahmlegen können. Somit wird IT-Sicherheit und ihren Voraussetzungen immer größere Aufmerksamkeit zuteil. Insofern sollten diese eben auch keine Mühen und Kosten für die IT-Sicherheit scheuen. Es braucht bessere Unterstützung durch neue technologische Lösungen, mehr und nachhaltig wirkende Aufklärung der Mitarbeiter/innen, und vor allem mehr IT-Sicherheitsexperten.

KI kann im Beispiel der Routenoptimierung nicht nur den Unternehmen Zeit- und Kostenvorteile bringen und die Mitarbeiter/innen entlasten, sondern auch die Verkehrsflüsse nachhaltig verbessern und damit in den urbanen Ballungsräumen die Lebensqualität steigern.

Digitalisierung und KI eröffnen für die mittelfristige strategische Ausrichtung der Dienstleister neue Möglichkeiten der Wertschöpfung. Effizienz der Anbieter und Kundennutzen werden gleichzeitig verbessert.

Der BvDP-Zukunftsdialog greift diese Themen auf. Er informiert über wichtige Rahmenbedingungen und präsentiert Lösungen. Visionen für die überschaubare Zukunft und Erfolgsberichte aus der Praxis werden von anerkannten Experten - aus Forschung, Politik und Unternehmen - präsentiert und diskutiert. Wir laden Sie herzlich ein, den Innovationstreff zur Positionsbestimmung Ihres Unternehmens und zu einem intensiven Erfahrungsaustausch zu nutzen.

Programm

Corona - Logistiknews

Sozial verantwortliches Verhalten kann die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamen

Covid-19 breitet sich in Regionen mit einem höheren gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein langsamer aus als in Gegenden, in denen das Gemeinwohl weniger wichtig ist. Dieser Zusammenhang zwischen sozial verantwortlichem Handeln und der Ausbreitung des Virus zeigt sich nicht nur in Deutschland, sondern etwa auch in Italien oder Schweden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie eines Teams von ZEW-Wissenschaftlern in Kooperation mit den Universitäten Mannheim und Bonn.

Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Sozialkapital und Covid-19-Fallzahlen in sieben europäischen Ländern.

„Unsere Daten zeigen eindeutig, dass sozial verantwortliches Verhalten eine große Rolle bei der Eindämmung des Virus spielt“, sagt Prof. Dr. Sebastian Siegloch, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs "Soziale Sicherung und Verteilung". „Angesichts der aktuellen Lockerung der Corona-Politik sollte sich jeder immer wieder dieser Verantwortung bewusst werden.“

Die Forscherinnen und Forscher untersuchen den Zusammenhang zwischen Sozialkapital, einem gängigen Maß für gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein, und Covid-19-Fallzahlen in sieben europäischen Ländern. Dabei handelt es sich um Deutschland, Italien, Österreich, die Schweiz, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Schweden.

Regionen mit mehr Sozialkapital können mehr Lockerungen vertragen

Die Studie weist auch auf einen wichtigen Zusammenhang zwischen Eigenverantwortung und Corona-Maßnahmen durch die Politik hin. So schwächte sich der Zusammenhang zwischen der Ausbreitung des Virus und dem Sozialkapital ab, nachdem die Länder einen Lockdown verordnet hatten. Diese Ergebnisse haben interessante Implikationen für die aktuelle Debatte zur Regionalisierung der Corona-Politik. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Regionen mit einem höheren gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein mehr Lockerungen vertragen könnten. In Gegenden, wo das Sozialkapital eher niedrig ist, sollte die Politik das alltägliche Leben stärker einschränken“, so Studienautor Sebastian Siegloch.

Ohne medizinische Antworten auf Covid-19 in Form von Medikamenten oder Impfungen spielt Sozialkapital eine entscheidende Rolle. Seit Beginn der Krise appelliert die Politik an das Verantwortungsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger, sich an Verhaltens- und Hygieneregeln, zu halten, Kontakte zu reduzieren, Abstand zu halten und Masken zu tragen, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen. All diese Regeln bedeuten Einschränkungen und Unannehmlichkeiten für den Einzelnen. Ob der Einzelne die Regeln befolgt, hängt vom eigenen Sozialkapital ab. Ein in den Sozialwissenschaften gängiges Maß für Sozialkapital ist die Wahlbeteiligung, da die eigene Stimme das Wahlergebnis nicht beeinflusst, die Menschen aber aus staatsbürgerlichem Verantwortungsgefühl wählen gehen. Demnach gelten Regionen mit niedriger Wahlbeteiligung als Regionen mit niedrigem Sozialkapital. Dieser Zusammenhang ist auch mit alternativen Maßen für das Sozialkapital belegt, wie Blut- oder Organspenden oder ehrenamtliches Engagement.

Regionen mit höherem Sozialkapital verzeichnen geringere Zahlen an Todesopfern

Mithilfe von ökonometrischen Modellen setzen die Studienautoren in jedem der sieben Länder das Sozialkapital auf Landkreis- (oder vergleichbarer) Ebene mit der Anzahl an Covid-19-Fällen in Verbindung. Durch statistische Methoden machen die Autoreninnen und Autoren alle Landkreise in einem Land vergleichbar hinsichtlich der wichtigsten ökonomischen und sozialen Faktoren, wie Bruttoinlandsprodukt, Bevölkerung, Wirtschaftssektoren sowie der medizinischen Infrastruktur.

Neben der Analyse der Fallzahlen in sieben europäischen Ländern beleuchten die beteiligten Forscherinnen und Forscher den italienischen Fall näher. Zum einen zeigen sie, dass Sozialkapital auch die Zahl der Todesopfer beeinflusst. „Regionen mit höherem Sozialkapital verzeichnen geringere Zahlen an Todesopfern“, sagt Sebastian Siegloch. Zum anderen dokumentieren sie, dass Sozialkapital tatsächlich individuelles Verhalten beeinflusst. Mit anonymisierten Standort-Daten von Mobiltelefonen zeigt die Studie, dass Italiener in Regionen mit hohem Sozialkapital ihre Mobilität stärker eingeschränkt haben als Landsleute in Gegenden mit niedrigerem Sozialkapital.

 

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