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Brief

20.05.2009

Der Barcode verrät, wann Briefe auf Reisen gehen

Brief

Wer den gelben Kasten an der Straßenecke mit Briefen an Kunden und Freunde füttert, verlässt sich darauf, dass dieser pünktlich geleert wird. Wie aber klappt das jeden Tag zuverlässig – auch bei Stau, Regen oder Glatteis? Dank des ausgefeilten Kontrollsystems KALK haben die Mitarbeiter der Deutschen Post jeden Kasten genau zum darauf angegebenen Zeitpunkt im Blick. "BvDP"


Wenn Stephan Mayer seine Tour beendet hat und um 18 Uhr im Briefzentrum Hagen eintrifft, warten seine Kollegen schon auf ihn. Sie nehmen dem Mann, der in der westfälischen Stadt rund 30 Kästen leert, die Karten, Briefe und Päckchen ab. Sofort werden diese sortiert, gestempelt und auf die Reise zu ihren Empfängern in alle Welt geschickt.

„Unser Ziel ist es, dass ein Brief am folgenden Werktag beim Empfänger ankommt, sofern dieser innerhalb des Bundesgebietes wohnt“, erklärt Roland Gräwinger, Transportplaner der Deutschen Post in Hagen. „In unserem Einzugsgebiet leben rund 970.000 Einwohner, für die etwa 1.000 Briefkästen bereitstehen. Alles, was darin landet, muss an dem Tag bearbeitet werden, an dem auch der Kasten geleert wird.“


Verantwortlich für die gesamte Tourenplanung


Gräwinger ist dafür verantwortlich, dass die gesamte Tourenplanung rund läuft. Das heißt, dass die Sendungen aus den Briefkästen möglichst regelmäßig über den gesamten Nachmittag und Abend verteilt zur Weiterbearbeitung im Briefzentrum angeliefert werden, um einerseits Maschinen-Leerzeiten und andererseits Hektik zu vermeiden.


Stephan Mayer arbeitet seit fast 25 Jahren bei der Deutschen Post und kennt seine Kastenleerungstour aus dem Effeff. „Trotzdem habe ich meinen Tourenplan immer im Blick. Er sagt mir exakt, wann ich wo sein soll.“


Warum diese minutengenaue Planung so wichtig ist, sagt Roland Gräwinger: „Jeder Kunde kann erwarten, dass die auf den Kästen vermerkten Zeiten auch eingehalten werden. Deshalb darf ein Kasten nicht schon
um 17 Uhr geleert werden, wenn er erst um 17.30 Uhr an der Reihe ist. Geschäftskunden wünschen sich schließlich, dass ihre nach Büroschluss eingeworfenen Rechnungen am gleichen Tag noch weitertransportiert werden.“ Zu spät darf der Fahrer aber auch nicht kommen, dann haben die Mitarbeiter im Briefzentrum ein Problem bei der Weiterbearbeitung.


Manche Kästen werden mehrfach am Tag geleert


Wöchentlich sind die Fahrer der Deutschen Post und externe Kooperationspartner in Hagen auf mehr als 1.700 Touren unterwegs. Dabei müssen manche Briefkästen an stark frequentierten Standorten mehrfach am Tag angefahren werden, um Überfüllung zu vermeiden. Und auf bestimmten Strecken holen die Kastenleerer zudem noch Geschäftspost direkt bei manchen Kunden ab.


Ohne exakte Organisation und kontinuierliche Kontrolle würde der Zeitplan schnell aus dem Ruder laufen. KALK heißt das Zauberwort, das Gräwinger dabei hilft, Verspätungen oder „Verfrühungen“ zu vermeiden. Die Abkürzung steht für ein computergesteuertes Kastenleerungskontrollsystem. Darin sind alle Touren der Fahrer mit Detailinformationen hinterlegt, zum Beispiel zu den Fahrtzeiten zwischen den einzelnen Briefkästen und zu den Adressen der Kunden für die Postabholung.
Nachdem Stephan Mayer an einem Briefkasten seinen Postsack gefüllt hat, liest er mit seinem Scanner einen Barcode auf der inneren Bodenplatte ein. So registriert das KALK-System, wann der Mitarbeiter den Kasten geleert hat. Bislang werden die Scanner am Ende der Tour ausgewertet und die Daten ins postinterne Netz überspielt.


Bald jedoch fließen die Informationen noch schneller. Peu à peu erhalten alle Fahrer momentan einen Scanner, der die gesammelten Daten unmittelbar über das Mobilfunknetz sendet, so dass sie bereits nach zehn Minuten im Netz sichtbar sind. „Das hat den Vorteil, dass unsere Transportaufsicht kurzfristig feststellen kann, wo etwas schiefläuft. Mit einem Telefonat sind dann die Ursachen meist schnell geklärt. Es kann ein Fahrer wegen plötzlicher Krankheit ausgefallen sein, ein Fahrzeug defekt oder wegen eines Unfalls stehen geblieben sein“, so Transportplaner Gräwinger, der sich darüber freut, solche Schwierigkeiten demnächst noch schneller als bisher beheben zu können.


Per Mausklick verrät das System, ob beispielsweise eine längst terminierte Tour nicht gestartet wurde, der Fahrer zu früh oder viel zu spät einen Kasten um seinen Inhalt erleichtert hat. „Registrieren wir erhebliche Abweichungen von den Touren, sprechen wir den Fahrer an und können notfalls auch einen Ersatzfahrer schicken.“


Manchmal ist es auch die Witterung, die die sorgfältige Planung aushebelt. „In einem harten Winter kommt es vor, dass das Schloss eines Kastens einfriert und der Fahrer nicht an die Briefe herankommt. Dann schicken wir einen Techniker.“ Übrigens: Damit Ihre Post schnell ankommt, finden Sie unter www.deutschepost.de/postfinder die Standorte für die Briefkästen in Ihrer Nähe.


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